Meine ersten Gehversuche in der Fotografie


Zu Weihnachten im Jahre 1963 bekam ich von meinem Onkel meine erste Kamera geschenkt, eine Voigtländer BESSA I. Ich war mächtig stolz auf diesen Fotoapparat, denn er ging schon weit über das hinaus, womit man seinerzeit im Familienbereich fotografierte.

Hier einige technische Informationen:

Es handelt sich um eine Zweiformatkamera 6 x 9 cm (oder 6 x 4,5 cm mit Reduzierrahmen) für den Rollfilm 120, mit dem man 8 Aufnahmen im Format 6 x 9 cm machen konnte. Hergestellt von 1951 bis 1957 von Voigtländer in Braunschweig, damals eine renommierte Marke. Objektiv: Vaskar 1:4,5/105 mm oder das bessere Color-Skopar 1:3,5/105 mm, Prontor-S-Verschluss 1 bis 1/250 Sekunde; Gehäuseauslöser, Selbstauslöser, Doppelbelichtungssperre.

Das Filmformat war damals üblich, denn man machte die Fotos im Kontaktverfahren, das heißt, die Negative wurden direkt auf das Fotopapier gelegt und dann wurde das Papier belichtet. Dieses ersparte eine aufwändige Dunkelkammer. Die Kamera konnte eingeklappt werden und war so für das große Format noch recht handlich.

Acht Fotos auf einem Film, da musste man schon etwas überlegen, was man auf den Film bannen möchte. Ich hatte allerdings das Glück, dass diese Kamera wie oben angeführt eine Einlegemaske für das Format 4,5 x 6 cm hatte, so konnte man schon 16 Fotos machen.

In meiner Schule, dem Herzog-Ernst-Gymnasium gab es zu der Zeit schon eine Foto-AG, so dass ich meine Filme selbst entwickeln konnte und die dort vorhandenen Vergrößerer gaben mir die Möglichkeit, auch mit dem kleineren Format Bilder zu machen und war so nicht auf das Kontaktverfahren angewiesen.

Aber die Vorüberlegungen bezogen sich nicht nur auf das, was man fotografierte, sondern das Wie war auch schon eine Hürde. Nach dem Weiterdrehen des Films durfte man nicht vergessen, den Verschluss zu spannen. Hatte man es vergessen, gab es ein leeres Bild. Später bin ich darauf gekommen, wie man die Doppelbelichtungssperre in solchen Fällen überlisten konnte!

Die Belichtungszeit musste man schätzen oder einen Handbelichtungsmesser benutzen. Die Werte wurden dann an der Kamera eingestellt, dieses erfordert schon etwas Kenntnis über die Wirkung von Blende und Verschlusszeit. Eine zu lange Zeit barg die Gefahr des Verwackelns, machte man jedoch zum Ausgleich die Blende zu weit auf, dann erforderte es eine genaue Entfernungseinstellung, diese musste allerdings geschätzt werden, was nicht immer exakt genug war. Später gab es noch eine BESSA II, die einen eingebauten Entfernungsmesser besaß, übrigens inzwischen ein gesuchtes und teures Stück.

Meine Kamera habe ich vor einigen Jahren bei einem Feinmechaniker in Braunschweig warten lassen, sie wäre also jetzt immer noch einsatzbereit und es reizt mich, dieses auch zu machen, einen passenden Film habe ich schon gekauft!

Die gezeigten Fotos sind im Zeitraum 1964 bis 1967 mit dieser Kamera gemacht worden.





 Blogautor für die Fotogilde Uelzen 

 

 


 

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